Das Technische Hilfeleistungs-Netzwerk der Feuerwehren im Landkreis Schwäbisch Hall beschäftigt sich mit Großeinsätzen und Busunfällen
1.751 Einsätze bewältigten die Feuerwehren im Jahr 2024. Dabei wurden 131 Menschen aus Notlagen gerettet. Rund 46 Prozent der Notrufe (804 Einsätze) erfolgten mit dem Hintergrund von Technischen Hilfeleistungen (THL). Darunter fallen beispielsweise Verkehrsunfälle.
„Unfälle im überschaubaren Rahmen, wie wir sie täglich erleben, werden in Zusammenarbeit von Polizei, Feuerwehren und Rettungsdienst mit der vor Ort vorhandenen Ausrüstung und der Erfahrung der Einsatzkräfte abgearbeitet“, erklärt Kreisbrandmeister Joachim Wagner. Doch auch besonders herausfordernde Einsatzlagen wie eine Massenkarambolage auf der Kochertalbrücke, ein Zugunfall in Schrozberg oder ein liegengebliebener Omnibus auf der Autobahn (alles Szenarien, die es im Landkreis bereits gegeben hat) müssen beherrschbar sein. Deshalb zeigte Martin Setzer vom Deutschen Roten Kreuz den Mitgliedern des landkreisübergreifend organisierten THL-Netzwerks der Feuerwehren im Satteldorfer Feuerwehrhaus auf, wie die Zusammenarbeit von Rettungsdienst und Feuerwehren bei solchen Großeinsätzen möglich ist. Geregelt ist dies im landkreisweit geltenden Alarmplan „Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten“. Zirka 40 Aktive aus den Feuerwehren im Landkreis erfuhren von Setzer, dass die erste MANV-Stufe bereits ab fünf verletzten Menschen alarmiert werden kann. Vorkehrungen sind aber auch für den Fall getroffen, dass 50 Personen versorgt werden müssen. Hierfür kann am Unglücksort ein mobiler Behandlungsplatz mit Zelten, Liegen und Infrastruktur errichtet werden. Da hierfür die örtlichen Möglichkeiten nicht mehr ausreichen, werden dazu Kräfte aus dem gesamten Landkreis oder auch darüber hinaus einbezogen.
Die Treffen des THL-Netzwerks dienen dem Austausch der Feuerwehren untereinander, außerdem soll hier über Neuerungen oder Veränderungen im Bereich der Technischen Hilfe informiert werden. Ein weiteres Ziel des Netzwerks ist die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für alle Feuerwehren im Landkreis Schwäbisch Hall, gerade für die eher selten auftretenden Einsätze mit anspruchsvoller technischer Rettung. Joachim Völkel von der Feuerwehr Schwäbisch Hall hat das Netzwerk in Absprache mit Kreisbrandmeister Wagner initiiert und für dieses Jahr in Satteldorf den Schwerpunkt Busunfälle ausgegeben. Beim nächsten Treffen ist deshalb eine Übung an einem Bus geplant. Alle Teilnehmer gingen nicht nur mit neuem oder aufgefrischtem Wissen, sondern auch mit einem gesponserten Polo-Shirt nach Hause.

Martin Setzer vom Deutschen Roten Kreuz erläutert den Mitgliedern des THL-Netzwerks das Vorgehen bei einem Einsatz mit vielen Verletzten oder Erkrankten.

